Ergebnisse unserer Umfrage:

Neben dem Thema „Nachvollziehbare Rechtsprechung um Haftung und Honorar“ und dem Anliegen „Bauvorlageberechtigung nur für Architekten und Ingenieure“ ist  die „praxisgerechte Fortschreibung der HOAI“ weiterhin der wichtigste Punkt für die Architekten in Bayern.

Dies ergab die UmfrageSagen Sie uns Ihre Meinung zu den Punkten, die Ihre Zukunft als Architektin / Architekt betreffen!“, die der VERBAND DEUTSCHER ARCHITEKTEN VDA e.V. Landesgruppe Bayern im März 2011 an ca. 10.000 bayerische Architekten versendet hat. 

Ziel der Aktion war zu erfahren, wo der Schuh drückt, um die Interessen der Architekten glaubwürdig und erfolgreich sowohl in der nächsten Vertreterversammlung der Bayerischen Architektenkammer als auch bei Gesprächen mit Politikern zu vertreten und Fakten zu haben.

Deshalb wurde in dem Fragebogen gebeten die Punkte
1.      Änderung des VOF-Verfahrens zur Auftragsvergabe
2.      Teilnahmemöglichkeit an Wettbewerben
3.      Praxisgerechte Fortschreibung der HOAI
4.      Kritische Auseinandersetzung mit der Baukultur
5.      Nachvollziehbare Rechtsprechung um Haftung und Honorar
6.      Zentrale Honorarverrechnungsstelle
7.      Bauvorlageberechtigung nur für Architekten und Ingenieure
8.      Netzwerk mit Kollegen
9.      Fortbildung
10.  Maßvolle Ökologie und nachhaltiges Bauen
11.  Partnerschaftlicher Umgang zwischen Behörde und Architekten
12.  Änderung der Rechtsgrundlage für Scheinselbständige
13.  Öffentlichkeitsarbeit

nach den Kategorien sehr wichtig / wichtig / weniger wichtig / unwichtig einzuteilen.

 94 % der antwortenden Architekten sehen vor allem die praxisgerechte Fortschreibung der HOAI als sehr wichtiges bzw. wichtiges Thema an und nur 2,5 % sehen hier wenig Handlungsbedarf.

Es wurde angeregt, dass die HOAI angepasst werden muss für Bauen im Bestand / Sanierung / Energieeinsparung für Beratung / bei geringen Bausummen. Die Brandschutzplanung sollte als zusätzliche Leistung in der HOAI verankert sein.

Weiterhin wurde zu diesem Punkt bemängelt, dass die Kollegen die Einhaltung der HOAI nicht beachten und man ein Honorardumping verhindern sollte. Dazu schreibt uns auch ein Architekt: „Architekten sollten sich nicht gegenseitig in den Ruin dumpen, sondern gemeinschaftlich auftreten, wie Ärzte“.

 Fast ebenso wichtig erscheint den bayerischen Architekten mit 91 % der Punkt „Nachvollziehbare Rechtsprechung um Haftung und Honorar“. Auch hierzu gab es zahlreiche Kommentare, dass die gesamtschuldnerische Haftung unbedingt geändert werden muss.

 Für eine Bauvorlageberechtigung nur für Architekten und Ingenieure sprechen sich 89 % der antwortenden Architekten aus, nur 10 % erscheint dieses Thema als unwichtig.

 Weiterhin sind 85 % der Architekten der Meinung, dass das VOF-Verfahren zur Auftragsvergabe so nicht bleiben kann und unterstützen unsere Unterschriftsaktion, dass die VOF in der bestehenden Form die kleinen Büros diskriminiert und damit die Existenz vieler Architekten in Bayern gefährdet.

 75 % sehen die Teilnahmemöglichkeit an Wettbewerben als wichtigen Punkt an, dessen man sich annehmen muss. Es wird angeregt, dass es grundsätzlich mehr offene Wettbewerbe geben sollte. Ein Anmerkung lautet dazu „Offene Wettbewerbe ohne diese Mauscheleien bei den Bewerbungsverfahren, wenn schon Bewerbungsverfahren, dann mit einheitlich standardisierten Formularen“. Oder ein Architekt schlägt vor „Bei beschränkten Wettbewerben sollte die Bearbeitung honoriert werden.“ bzw. „Gute fachlich kompetente Preisgerichtsentscheidungen, die den Bauherrn nicht nachträglich vor Probleme stellen!“

 Die kritische Auseinandersetzung mit der Baukultur sehen 84 % als sehr wichtig bzw. wichtig an und auch die maßvolle Ökologie und nachhaltiges Bauen sind für 35 % sehr wichtig und 50 % wichtig. „Anspruchsvolleres Bauen im Öffentlichen Raum, gute Architektur, Bauwerkserhalt, Bauen im Bestand, bei Bauplanung Berücksichtigung des baulichen Umfeldes, Bau-Qualität – Planungsqualität und eine neue Baukultur, die der Verschandelung unserer Landschaft entgegenwirkt sind nur einige Stichworte“, die hier z.B. genannt worden sind.

 Bei der Fortbildung ist man sich zwar grundsätzlich einig, dass diese wichtig (60%) ist, aber nur 28 % meinen, dass es ein „sehr wichtiges Thema“ ist.

 Sehr wichtig (43 % ) und wichtig (44%) ist den Architekten dagegen der partnerschaftliche Umgang zwischen Behörde und Architekten.

Dagegen erhält der Punkt „Netzwerke mit Kollegen“ weniger Bedeutung als erwartet – nur 18,5 % kreuzen sehr wichtig an, 31 % halten dies für weniger wichtig oder unwichtig.

 Das Thema der „zentralen Honorarverrechnungsstelle“ wird von der Mehrheit (52%) überraschenderweise abgelehnt. Nur 15 % sehen darin ein Thema, für das man sich engagieren sollte.

 Auch die Änderung der Rechtsgrundlage für Scheinselbständigkeit wird von 35 % als nicht besonders wichtiger oder unwichtiger Punkt angesehen.

 Die Öffentlichkeitsarbeit hingegen liegt vielen Architekten am Herzen. 77 % sind hier der Meinung, dass dies ein wichtiges Thema ist und der Berufsstand in der Öffentlichkeit besser dargestellt werden sollte und das Ansehen des Architektenberufes verbessert werden muss.

 In der Zeile, die von den Teilnehmern ergänzt werden konnte, was ihnen wichtig ist, wurde dann weiterhin z.B. aufgeführt:

-   Missbrauch der Berufsbezeichnung „Architekt“ wie IT Architekt / System-Architekt
-   Begrenzung der Studienplätze auf ein bedarfsgerechtes Maß
-   die Gleichbehandlung von Frauen im Job
-    die Förderung von jungen Büros und Existenzgründern
-  Architektenversorgung